Zum Verhalten der Kupplung im Zugverband

Eine grundlegende Forderung für alle Bauteile im Zug und am Gleis ist die Erhaltung der Entgleisungssicherheit der Fahrzeuge. Bezüglich der Entgleisungssicherheit sind Fahrzeugkupplungen dann kritisch, wenn der Zugverband z. B. beim Abbremsen unter Druck gerät. Hohe Druckkräfte im Zug beim Bremsen treten auf, wenn die später abgebremsten hinteren Wagen auf die schon bremsenden vorderen auflaufen.

Beim Betrieb mit Seitenpuffern entstehen normaler Weise auch unter diesen Bedingungen keine nach oben gerichtete Kraftkomponenten an den Wagen, zumal zwischen den Puffertellern auch entsprechende Reibkräfte auftreten.

Anders im Falle der automatischen Kupplung: Wenn ein Fahrzeug höher als das benachbarte steht (z.B. wenn dieses leer ist) wirkt die Kraftübertragung über die zum hoch stehenden Fahrzeug aufwärts weisende Kuppelarmverbindung nach oben. Wenn nun die Druckkraft im Zug zu einer nach oben gerichteten Kraftkomponente führt welche die Gewichtskraft des hoch stehenden Fahrzeuges überschreiten, so führt das in der Regel zum Entgleisen.

Unter dem kritischen Blick von Zeitlupenkameras wurden tatsächlich solche Entgleisungssituationen simuliert und künstlich Entgleisungen herbeigeführt.

Durch die Einführung von sog. 'Stabilisierungsgelenken' am Ende der Kupplung konnten diese gefürchteten Aushebelungen bis auf ein betrieblich sicheres Niveau reduziert werden. Eine wesentliche Rolle spielte hierbei auch die Festlegung einer optimalen Kuppelarmlänge: Lange Kuppelarme ergeben kleinere nach oben gerichtete Winkelstellungen der Kuppelarmverbindung - erfordern aber größere freie Räume an den Fahrzeugenden.

Hilfreich war hier auch die Entwicklung von Rechenprogrammen, die in Verbindung mit der aufkommenden Computer-Rechentechnik die auftretenden Kräfte theoretisch mit hoher Zuverlässigkeit vorausberechnen konnten.

Im Ergebnis all dieser Studien und Entwicklungen stellt die Einführung der Mittelpufferkupplung kein sicherheitstechnisches Problem mehr für den Zuglauf dar - im Gegenteil, wahrscheinlich ist sogar eine Erhöhung der Laufsicherheit zu erwarten.